Prävention an Grundschulen in NRW

Jede Altersstufe kennt ihre eigenen Sorgen und Probleme. Bei der Primarstufe kommt ein entscheidendes Kriterium hinzu: Sie ist der erste Schritt in ein selbstständiges Leben. Eltern begleiten ihre Sprösslinge nicht mehr bis in das Gebäude hinein, wo die Kinder von anderen Erwachsenen sicher empfangen werden. Kinder bewältigen den Schulweg alleine oder mit gleichaltrigen Freunden und Klassenkameraden. Es entsteht eine neue, eine andere Dynamik auf dem Pausenhof als wir sie noch vom Kindergarten kennen. Der Umgang miteinander verändert sich, die Kinder suchen und sichern sich ihre Position in der Gruppe, was nicht immer unbedingt reibungsfrei abläuft. Darüber hinaus kommen zusätzliche Anforderungen auf die Schüler zu: Hausaufgaben, Klassenarbeiten, erste Benotungen. Allein in dieser kurzen Aufzählung finden sich zahlreiche Aspekte, die für Schwierigkeiten sorgen können:

✔ Umgang mit Fremden
✔ Mobbing
✔ Stress
✔ kindliche Depressionen
✔ Leistungsdruck
✔ etc.

Dabei spielen sich die einzelnen Punkte gegenseitig zu: Ein Kind, das mit seinen eigenen Problemen nicht fertig wird, könnte z. B. schnell zum Mobbingtäter werden. Es lenkt die Aufmerksamkeit von sich selbst ab. Das Mobbingopfer wiederum entwickelt eine übergroße Angst vor dem nächsten Schultag – es ist gestresst, vielleicht sogar depressiv. Prügeleien auf dem Schulhof sind keine Seltenheit mehr, ruhigere Kinder ziehen sich sozial zurück. Auch Lernstörungen können aus derartigen Belastungen resultieren.

Prävention an Grundschulen behandelt nicht nur die Symptome

SmartFense für Grundschulen

Andrea Schnell, Inhaberin der Kampfkunst- & Charakterschule Richter in Kempen und selbst Mutter von zwei Kindern, unterrichtet Schüler aller Altersstufen im Kung Fu und Kickboxen – und das hauptberuflich mit einer fast dreißigjährigen Erfahrung. Ein reger Austausch mit den Kindern selbst ist ihr gerade in Bezug auf den Selbstschutz sehr wichtig: „Ich muss wissen, was sich auf dem Pausenhof abspielt“, erklärt sie. „Die Kids gehen heute vollkommen anders miteinander um als in meiner Jugend. Die Herangehensweise an ihre Sorgen und Probleme kann somit nicht standardisiert erfolgen, sie muss immer wieder neu angepasst und überdacht werden.“

Die Kooperation mit Eltern und Grundschulen ist dabei besonders wertvoll. Auch wenn immer mehr Grundschulen den Wert einer Kampfkunst erkennen, so gibt es nach wie vor Lehrer mit Vorbehalten – einige davon durften wir bereits von der integrierten Charakterschulung für starke und selbstbewusste Kinder in unseren Kampfkunstkursen überzeugen. Alle Lehrkräfte und Schulleitungen sind – nach Terminabsprache – herzlich dazu eingeladen, sich vor Ort selbst ein Bild von unserem Unterricht zu machen. Sehr gerne stehen wir auch für Kooperationen in Form von Präventionskursen an Grundschulen zur Verfügung.

Vor der Durchführung der Präventions- und Prophylaxeseminare bitten wir um ein persönliches Kennenlernen, sodass wir uns vorstellen und uns ein Bild von den gewünschten Inhalten und Zielsetzungen machen können. Die Schulung selbst wird ebenfalls im Dialog mit den Schülern und Schülerinnen durchgeführt, denn wir fragen nicht nur nach dem „Was?“, sondern auch nach dem „Warum?“. Ein Beispiel:

Was müssen wir tun, um Mobbing an Grundschulen zu vermeiden?
✎ Und warum entsteht Mobbing überhaupt?

Unser Leistungskatalog für Grundschulen

Prävention, Prophylaxe, Selbstschutz – all diese Schlagworte bauen auf einem starken Selbstbewusstsein auf. Die Kinder sollen lernen, über sich selbst hinauszuwachsen. Sie lernen, Situationen auch ohne die Hilfe Erwachsener zu bewältigen. Sie erkennen ihre eigene Stärke und nehmen dieses Gefühl auch in ihren Alltag mit. Das ist das Ziel unseres SmartFense-Programmes für Grundschulen.

Wie wir unsere Lehrgänge dann letztendlich aufbauen und wie lange wir sie durchführen, hängt maßgeblich von den Wünschen und Bedürfnissen der jeweiligen Grundschule ab. Wir bieten Präventionskurse – gerne auch in altershomogenen und/oder geschlechtsspezifischen Gruppen – für folgende Bereiche:

Umgang mit Fremden

➧ Was ist ein Fremder überhaupt?
➧ Zu wem darf ich ins Auto steigen?
➧ Mit welchen Tricks versuchen Täter ihre Opfer zu locken?

Gefahrenerkennung

➧ Wie aufmerksam gehe ich durchs Leben?
➧ Wie kann ich gefährliche Situationen schon im Vorfeld vermeiden?

Anti-Mobbing-Seminare

➧ Wie entsteht Mobbing?
➧ Warum kann schon eine aufrechte und selbstbewusste Haltung vor Mobbingattacken schützen?

Konfliktlösung

➧ Wodurch entstehen Konflikte auf dem Schulhof, z. B. Prügeleien, Beleidigungen, Erpressungsversuche, Lügen, Petzen, etc.?
➧ Wie kann ich dazu beitragen, Konflikte auch gewaltfrei zu lösen?
➧ Darf ich mich wehren?

Selbstbehauptung

➧ Wie wirke ich selbstbewusster?
➧ Darf ich auch mal „Nein“ sagen?
➧ Mit welchen kleinen Tricks kann ich mich selbst schützen?

Bewegung & Körpergefühl

➧ Kung Fu und Kickboxen – was ist das eigentlich?

Warum bieten wir keine Selbstverteidigungskurse für Grundschulen an?

In der Regel sprechen wir eher von Selbstbehauptung und Selbstschutz als von Selbstverteidigung. In realitätsnahen und konfliktlösenden Rollenspielen lernen die Kinder ihre Möglichkeiten kennen, sich vor und in Gefahrensituationen zu schützen. Der Begriff der „Selbstverteidigung“ assoziert jedoch komplizierte Kampfkunsttechniken, die erst nach vielen Jahren des Trainings automatisiert vom Körper abgerufen werden können. Selbstverteidigungskurse, die versprechen, dass sich Kinder nach beispielsweise zehn Einheiten gegen körperlich überlegene Gegner zur Wehr setzen könnten, vermitteln ein vollkommen falsches Sicherheitsgefühl.